Die Imkerei
Natur. Zucht. Verantwortung.
Die Welt der Bienen ist ein faszinierendes Universum, das mich jeden Tag aufs Neue fesselt. Meine Imkerei ist die Antwort auf die Frage, wie wir echtes Handwerk bewahren und gleichzeitig die modernen Herausforderungen unserer Umwelt meistern. Tauche ein in eine Arbeitsweise, die Leben schützt, Werte schafft und Fachwissen mit tiefer Naturverbundenheit vereint. Von der gezielten Zucht bis zum Schutz vor invasiven Arten: Entdecke, was es bedeutet, Bienenhaltung mit Verantwortung und Weitblick zu leben.
Was erwartet dich ?
- Das Bienenvolk: Ein faszinierender Superorganismus
- Die Bienenbeute: Moderner Wohnraum für das Volk
- Zucht und Selektion: Qualität durch gezielte Vermehrung
- Bienenwachs: Ein kostbares Naturprodukt
- Der Bienenschwarm: Natürlicher Fortpflanzungstrieb
- Varroa-Management: Konzepte für die Bienengesundheit
- Die Asiatische Hornisse (Vespa velutina): Neue Herausforderungen
Handwerk, Zucht & Naturschutz
In meiner Imkerei steht das Wohl der Tiere an erster Stelle. Das beginnt bei der Auswahl friedlicher Königinnen durch gezielte Zucht und endet beim Schutz der Völker vor neuen Gefahren. Aktuell fordert uns die Asiatische Hornisse besonders heraus – ein invasiver Räuber, der unsere heimische Insektenwelt bedroht. Durch wachsame Beobachtung und Schutzmaßnahmen sorge ich dafür, dass meine Bienen hier in Oberhausen sicher und stark bleiben.“
Ich habe immer ein Projekt, an dem ich arbeite. Meistens für meine Kunden. Von Zeit zu Zeit ist es aber auch ein persönliches Vorhaben, das mich neue Inspiration gewinnen lässt.
Meine Bienen
In meiner Imkerei arbeite ich mit der Buckfast-Biene. Diese Rasse geht auf die Zuchtarbeit von Bruder Adam im englischen Kloster Buckfast zurück und ist heute weltweit für ihre hervorragenden Eigenschaften bekannt.
• Besondere Sanftmut: Das Arbeiten an den Völkern ist extrem entspannt, da die Buckfast-Biene als besonders friedfertig gilt – ideal für die Imkerei im Siedlungsbereich.
• Vitalität & Fleiß: Sie ist für ihren starken Sammeltrieb und ihre Widerstandsfähigkeit bekannt, was für gesunde Völker und eine gute Honigernte sorgt.
• Schwarmträgheit: Die Buckfast bleibt lieber bei ihrer Arbeit im Stock, anstatt frühzeitig auszuschwärmen, was mir eine ruhige und geordnete Völkerführung ermöglicht.
Das Bienenvolk
Ein Bienenvolk ist ein hochorganisierter Superorganismus, in dem tausende Individuen als Einheit zusammenleben. Jede Biene übernimmt im Laufe ihres Lebens unterschiedliche Aufgaben – immer im Dienst des gesamten Volkes.
Im Mittelpunkt steht die Königin, deren Hauptaufgabe die Eiablage ist. Sie sorgt für den Fortbestand des Volkes und wird von den Arbeiterinnen umsorgt. Die Arbeiterinnen übernehmen alle weiteren Aufgaben: Sie sammeln Nektar und Pollen, pflegen die Brut, bauen Waben, verteidigen den Stock und sorgen für ein stabiles Stockklima. Die Drohnen dienen ausschließlich der Fortpflanzung.
Das Zusammenspiel aller Bienen basiert auf feiner Kommunikation, unter anderem durch Duftstoffe und den bekannten Schwänzeltanz. So entscheidet das Volk gemeinsam über Nahrungssuche, Brutpflege und den optimalen Standort.
Ein gesundes Bienenvolk reagiert sensibel auf seine Umwelt. Wetter, Trachtangebot und Jahreszeit bestimmen seinen Rhythmus. Als Imker ist es meine Aufgabe, diesen natürlichen Abläufen Raum zu geben und das Volk verantwortungsvoll zu begleiten.
Fakten über Bienen
Systemrelevant: Die Biene ist unser wichtigstes Nutztier. Ohne ihre Bestäubungsleistung würde unser gesamtes Ökosystem kollabieren. Ich imkere nicht nur für Honig, sondern für den Erhalt dieser Lebensgrundlage.
Fleißige Flieger: Für ein 500g-Glas Honig müssten Bienen rein rechnerisch bis zu 120.000 Kilometer fliegen – das ist dreimal um die Erde!
Top-Speed: Eine Biene schlägt ca. 200 Mal pro Sekunde mit ihren Flügeln. Nur dadurch entsteht das typische Summen.
Lebenszeit: Eine Sommerbiene lebt nur etwa 6 Wochen, in denen sie sich buchstäblich für ihr Volk abarbeitet.
Eine Winterbienen leben bis zu 6 Monate und halten das Volk im Winter durch Muskelzittern warm (bis zu 35°C im Kern).
Tanzsprache: Mit dem sogenannten „Schwänzeltanz“ erklären Bienen ihren Kolleginnen haargenau, wo und in welcher Entfernung sich eine gute Futterquelle befindet.
Ein eingespieltes Team: Ein Bienenvolk funktioniert als „Superorganismus“. Jede Biene weiß zu jeder Zeit genau, welche Aufgabe sie gerade für das große Ganze erfüllen muss.
Meine Bienenbeute
Ich arbeite mit der Magazinbeute im Zandermaß aus Weymouthskiefer.
Für mich ist sie die ideale Verbindung aus durchdachter Funktionalität und einem natürlichen, langlebigen Werkstoff.
Naturstoff Holz
Holz ist ein lebendiges Material. Es wirkt temperaturausgleichend, nimmt Feuchtigkeit auf und gibt sie wieder ab. So entsteht im Bienenstock zu jeder Jahreszeit ein ausgeglichenes Klima, das die natürliche Lebensweise der Bienen unterstützt.
Durchdachte Funktionalität
Das Magazinbeutensystem erlaubt eine klare Trennung von Brut- und Honigraum. Durch das Auflegen eines Absperrgitters bleibt die Königin im Brutraum, während die Bienen den Honig darüber einlagern. So bleibt der Honig frei von Brut und kann schonend geerntet werden.
Bienenfreundliches Arbeiten
Die modulare Bauweise ermöglicht es mir, gezielt und mit möglichst wenigen Eingriffen zu arbeiten. Das schont die Bienen und sorgt für ruhige Abläufe am Bienenstand.
Bewährtes Maß
Das Zandermaß ist ein in Deutschland weit verbreitetes Rähmchenmaß. Es bietet ausreichend Platz für eine stabile Brutentwicklung und erleichtert eine nachhaltige, standortangepasste Imkerei.
Zucht mit Herz und Verstand: Qualität beginnt bei der Königin
In meiner Imkerei ist die Zucht kein Nebenprodukt, sondern das Fundament für gesunde Völker. Eine gute Königin bestimmt den Charakter des gesamten Bienenvolkes. Mein Ziel sind Bienen, die an unsere Region angepasst und gesund sind.
Worauf ich bei der Zucht selektiere:
Sanftmut: Für mich steht ein entspanntes Arbeiten im Vordergrund. Durch gezielte Auswahl der Zuchtmütter sorge ich dafür, dass meine Bienen friedfertig bleiben – ein großer Vorteil für die Nachbarschaft.
Vitalität & Gesundheit: Nur Völker, die eine hohe Selbstreinigungskraft (Putzbetrieb) besitzen, können Krankheiten und Parasiten wie der Varroamilbe aus eigener Kraft trotzen.
Honigleistung: Ein starkes Volk, das effizient sammelt, ist die Voraussetzung für einen sortenreinen und aromatischen Honig.
Schwarmträgheit: Durch eine sorgfältige Zuchtauswahl minimiere ich den natürlichen Schwarmtrieb. Das sorgt für Ruhe am Bienenstand und stellt sicher, dass die Energie des Volkes in die Honigproduktion fließt.
Jede meiner Königinnen wird sorgfältig gezeichnet und ihre Entwicklung genau dokumentiert. So garantiere ich eine gleichbleibend hohe Qualität in meiner gesamten Imkerei.
Reinheit von Anfang an: Der eigene Wachskreislauf
Wachs ist das Gedächtnis des Bienenstocks. Deshalb betreibe ich in meiner Imkerei einen eigenen, geschlossenen Wachskreislauf. Das bedeutet: Ich kaufe kein fremdes Wachs hinzu, sondern nutze ausschließlich das, was meine Bienen selbst produzieren.
Wunderstoff aus dem Bienenstock:
Fakten über Bienenwachs
Körpereigene Produktion: Bienen „sammeln“ kein Wachs. Sie schwitzen es buchstäblich aus acht winzigen Wachsdrüsen an ihrem Bauch aus. Als hauchdünne, transparente Schuppen entstehen so der Baustoff für die Waben.
Architektonisches Meisterwerk: Für die Produktion von nur 1 kg Wachs müssen die Bienen etwa bis zu 10 kg Honig verzehren, um die nötige Energie aufzubringen.
Das Gedächtnis des Stockes: Wachs ist fettlöslich und nimmt Stoffe aus der Umwelt auf. Deshalb ist ein eigener Wachskreislauf so wichtig – nur so bleibt das Wachs über Jahre hinweg rein und frei von Rückständen.
Einzigartiger Schmelzpunkt: Bienenwachs wird bei ca. 35 °C (Stocktemperatur) formbar und schmilzt erst bei etwa 62 bis 65 °C. Diese Stabilität erlaubt es den Bienen, schwere Honigvorräte sicher in den dünnen Wänden zu lagern.
Natürlicher Alleskönner: Echtes Bienenwachs besteht aus über 300 verschiedenen Komponenten. Sein unverwechselbarer Duft und seine antibakterielle Wirkung machen es nicht nur für Kerzen, sondern auch für hochwertige Naturkosmetik und Bienenwachstücher unersetzlich.
Das Naturschauspiel: Der Bienenschwarm
Wenn sich im April bis in den Juni hinein eine dunkle Wolke am Himmel bildet und ein lautes Summen die Luft erfüllt, ist das kein Grund zur Sorge, sondern eines der faszinierendsten Naturschauspiele: Ein Bienenvolk teilt sich.
Keine Angst vor Schwärmen:
Ein Schwarm, der gerade unterwegs ist oder als Traube irgendwo hängt, ist in der Regel sehr friedlich. Die Bienen haben sich vor dem Abflug die Honigmägen vollgesogen und sind nur mit ihrem Umzug beschäftigt – sie haben keine Brut und kein Nest zu verteidigen.
Mein Schwarmfang-Service in Oberhausen:
Solltest du einen Bienenschwarm in deinem Garten oder an deinem Haus entdecken, helfe ich gerne!
• Schnelle Hilfe: Ich fange den Schwarm fachgerecht ein und gebe ihm in meiner Imkerei ein neues, sicheres Zuhause.
Sichtung in Oberhausen?
Fakten über Bienenschwärme
Auszug auf Zeit: Ein Bienenschwarm ist die natürliche Form der Vermehrung und Verjüngung eines Volkes. Die „alte“ Königin verlässt den Stock und überlässt der jungen Nachfolgerin das gemachte Nest.
Reiseverpflegung: Bevor die Bienen ausziehen, fressen sie sich kugelrund. Ihr Honigmagen ist randvoll mit Vorräten für etwa drei Tage – das ist ihr „Reiseproviant“.
Friedliche Giganten: Da ein Schwarm weder Brut noch Honigvorräte zu verteidigen hat, sind die Bienen extrem friedlich. Sie wollen niemanden stechen, sondern nur ihr neues Zuhause finden.
Die Demokratie der Bienen: Während die Traube am Ast hängt, fliegen „Spurbienen“ aus und suchen nach einer neuen Behausung. Sie kehren zurück und „tanzen“ den anderen vor, welcher Ort der beste ist – das Volk stimmt quasi demokratisch ab.
Timing ist alles: Die meisten Schwärme ziehen zwischen 10:00 und 14:00 Uhr aus, wenn die Sonne am höchsten steht und das Wetter stabil ist.
Bienengesundheit: Schutz ohne Chemie
In meiner Imkerei weiche ich bei der Bekämpfung der Varroamilbe (Varroa destructor)
von der weitverbreitende Standartbehandlung ab: Ich verzichte bewusst auf den blinden Einsatz von Säuren und schütze meine Völker stattdessen durch biotechnische Maßnahmen und den bedarfsgerechten Einsatz von Oxalsäure.
Was das für die Bienen bedeutet:
• Minimale chemische Belastung: Anstatt auf Ameisensäure setze ich auf mechanische Verfahren wie das Bannwabenverfahren. Das schont die empfindlichen Organe der Bienen und die Stockatmosphäre. Durch Monitoring der Befallszahlen, setzte ich wenn nötig minimale Oxalsäue ein.
• Natürliche Unterbrechung: Durch das gezielte Steuern der Brutzyklen entziehe ich dem Parasiten die Grundlage zur Vermehrung, genau zum richtigen Zeitpunkt im Bienenjahr.
• Höchste Reinheit: Sollte ich dennoch Oxalsäure einsetzen müssen, passiert dies vor dem 31.12., sodass die Honigräume und das darin enthaltene Wachs nie mit der Oxalsäure in Berührung kommt.
Für mich ist dieser Weg zwar arbeitsintensiver, aber er ist der ehrlichste Respekt gegenüber dem Lebewesen Biene und der Reinheit meiner Produkte.“
Fakten zur Varroa Milbe:
Herkunft der Varroa-Milbe: Die Milbe wurde erst in den 1970er Jahren aus Asien eingeschleppt. Unsere heimische Honigbiene hatte kaum Zeit, natürliche Abwehrmechanismen gegen diesen neuen Feind zu entwickeln. Die Milbe ist weltweit flächendeckend vertreten.
Vermehrung in der Brut: Eine Milbe vermehrt sich ausschließlich in der verdeckelten Brutzelle der Bienen. Hier legt Sie Eier und pflanzt sich fort.
Gefährliche Virusüberträger: Nicht der Biss der Milbe allein ist das Problem, sondern die Viren, die sie überträgt (z. B. der Flügeldeformationsvirus). Diese führen dazu, dass Bienen mit verkrüppelten Flügeln geboren werden.
Biologische Varroa-Kontrolle: Dank moderner Methoden wie der Bannwabentasche können wir Imker den Vermehrungszyklus der Milbe unterbrechen und mit minimalen Einsatz von Chemie, den Bienenvölker die Viruslast nehmen. So können die Bienenvölker im Spätherbst gesunde Winterbienen aufziehen und gut über den Winter kommen.
Gefahr für das ökologische Gleichgewicht: Die Asiatische Hornisse (Vespa velutina)
Seit 2014 breitet sich die Asiatische Hornisse in Deutschland aus und ist mittlerweile auch bei uns im Ruhrgebiet angekommen. Als Imker sehe ich es als meine Aufgabe, nicht nur meine Völker zu schützen, sondern auch über diesen invasiven Neuankömmling aufzuklären.
Warum ist sie ein Problem?
Anders als unsere heimische Hornisse (Vespa crabro), die sich von einer Vielzahl von Insekten ernährt, hat sich die Vespa velutina auf die Jagd nach Honigbienen spezialisiert. Sie zeigt ein einzigartiges Jagdverhalten: Sie verharrt im Schwebeflug direkt vor dem Flugloch der Bienenstöcke und fängt die heimkehrenden Sammlerinnen ab.
Das Problem ist nicht nur der Verlust einzelner Bienen, sondern der massive Stress für das gesamte Volk. Die Bienen trauen sich bei hohem Druck (viele Jägerinnen) )nicht mehr aus dem Stock, um Futter zu sammeln. Dies kann im Spätsommer die Aufzucht der lebenswichtigen Winterbienen gefährden.
Aber Sie macht nicht nur jagt auf unsere Honigbienen, sondern auch auf alle anderen Insekten und vertilgt große Mengen! Ein einziges Volk der Asiatischen Hornisse verzehrt pro Jahr etwa 11 Kilogramm Insekten-Biomasse.
Jedes Jahr werden im Schnitt 350 neue Königinnen produziert, die im nächsten Jahr neue Nester gründen.
Woran erkenne ich sie?
Es ist entscheidend, sie nicht mit unserer heimischen Hornisse zu verwechseln, da diese geschützt und sehr nützlich ist.
• Die Beine: Das sicherste Merkmal. Die Asiatische Hornisse trägt „gelbe Socken“ (die Beinenden sind leuchtend gelb). Unsere heimische Hornisse hat dunkle Beine.
• Der Körper: Die Velutina ist dunkler, fast schwarz mit einem breiten orangen Streifen am Hinterleib. Die heimische Hornisse ist deutlich gelber und hat einen rötlich-braunen Brustabschnitt.
• Die Größe: Sie ist etwas kleiner als unsere europäische Hornisse.
Was ich als Imker tue
Ich betreibe ein intensives Monitoring an meinen Standorten. Das bedeutet:
1. Beobachtung: Regelmäßige Kontrolle der Fluglöcher auf Schwebeflug-Jäger.
2. Ich fange Sie und markiere Sie mit einem Farbpunkt. Nachdem freilassen, stoppe ich die Zeit bis Sie zurück kehrt. Anhand der gestoppten Zeit und der Abflugrichtung, kann ich die ungefähre Richtung und Entfernung bestimmen.
3. Nestsuche: Unterstützung der Behörden beim Aufspüren der Primär- und Sekundärnester (die oft hoch oben in Baumkronen hängen).
Deine Mithilfe ist gefragt
Die Eindämmung funktioniert nur, wenn Nester frühzeitig entdeckt werden. Wenn du in deinem Garten ein Tier mit gelben Beinen oder ein großes, kugeliges Nest in einer Baumkrone entdeckst, bewahre Ruhe. Die Tiere sind für den Menschen nicht aggressiver als Wespen.
Bitte melde die Sichtung umgehend über das offizielle Meldeportal NRW.